Todfund des Brutstorch`s aus Schafflund 2003.

Herzlichen Dank an meinen Kollegen Georg Fiedler, der mir die nachfolgenden Daten zur Verfügung stellte. Hier wird einmal die zeitaufwändige Tätigkeit und Geduld ersichtlich, die nur mit viel Leidenschaft zum Weißstorch zu erklären ist.

 

Vorbericht für eine veterinäramtliche Untersuchung.             06.05.2003

(Quelle und Textverfasser: Georg Fiedler, ehrenamtl. Weißstorch-Kreisbetreuer NF + SL für Arbeitsgemeinschaft Storchenschutz S-H im NABU)

Ulstruper Weg 17, 24960 Glücksburg (Ostsee)

 

Kreisveterinäramt Nordfriesland

nachrichtlich: LANU z.Hd. Herrn Albrecht, 24220 Flintbek

 

Weißstorch, dreijähriger Brutvogel - Todfund am 27.04.2003 bei Achtrup, Kreis Nordfriesland.

 

Trug Ring Nr. 1A79 des Zoologischen Museums der Universität Kopenhagen.

Beringt nestjung 16.06.2000 in Ribe, Jütland (aus der letzten Weißstorchbrut in Dänemark.

Frühere Nachweise durch Ringablesung:

18.09.2000 in Medina Sidonia, Provinz Cadiz, Südspanien,

Nahrungssuche auf Mülldeponie "Miramundo" (Durchzügler oder Überwinterer ?)

12.04. und 22.06.2002 als Brutvogel (bereits 2-jährig !) in Schafflund, Kreis Schleswig-Flensburg, mit unberingtem Partner; einziges Junges am 21-06-2002 nach Unwetter verendet.

September 2002 wieder auf Mülldeponie in Spanien.

2003: 17.03. Rückkehr an seinen Brutplatz S c ha f f l u n d, Kreis Schleswig-Flensburg; seit 26.03. verpaart. 28.03. Ringablesung; dabei keine Auffälligkeiten erkennbar. Um den 04.04. Brutbeginn im Nest auf stillgelegtem Schornstein. In dessen Umfeld keine Gefahrenstellen durch Freileitungen.

11.04., mittags, landete der Storch auf einer häufiger aufgesuchten Nahrungsfläche; einer Schafweide zwischen dem Gehöft Lorenzen (Hauptstraße) und dem Schafflunder Mühlenstrom. Er habe "apathisch" auf der Wiese gestanden und wenig später mit halb ausgebreiteten Flügeln am Boden gelegen, unfähig aufzustehen (Aussagen von Anwohnern).

Nach ergebnisloser Hinzuziehung des örtlichen Tierarztes wurde er zum Bergenhusener Tierarzt gebracht, der nichts feststellen konnte. Anschließend in einer Voliere in Süderstapel untergebracht, gab der Vogel grünen Kot ab und schien sich danach zu erholen (Aussage Hans-Gerhard Dierks).

Am Morgen des 12.04. lief der Stroch in der Voliere umher. Deshalb und um das (vom Partner weiterbebrütete) Gelege zu retten, transportierte ich ihn - nachdem ihm 3 Eintagsküken gestopft und Wasser eingeflößt worden war - nach Schafflund zurück. 11:05 Uhr Freilassung: in Sichtweite des Nestes auf die Auwiese gesetzt, 11:45 aufgestanden, pflegt Gefieder, läuft ab 12:20 umher und nimmt einen Wurm auf. Fliegt 12:42 aufs Nest, kopuliert (!) und löst sodann den Partner im Brutgeschäft ab. Während dieser Beobachtungszeit zeigt der Storch in seinen Bewegungen keine Schwäche oder Unsicherheit mehr.

14.04. habe ein einstündiger Kampf mit einem Fremstorch zum Abwurf des Geleges geführt. Das Paar habe sich noch bis ca. 23.04. am Nest aufgehalten, danach habe der beringte Storch gefehlt.

24.-26.04. Der Storch wird bei A c h t r u p , Kreis Nordfriesland, an einer Kuhle bei der Nahrungssuche gesehen (ohne zum Nest zurückzukehren). Am 27.04. liegt er dort tot am Boden.

 

Nachrichtlich: Storch am 06.05. im Fleischhygieneamt Niebüll (Zweigstelle des Kreisveterinäramt Nordfriesland) abgeliefert zur Weiterleitung nach Neumünster.

 

Späteres Ergebnis: (Kurzform)

Der Storch ist durch Glasscherben im Magen innerlich verblutet.