Storchensaison 2017

Kreis Rendsburg – Eckernförde

 Wie bereits in den vergangenen Jahren kamen die ersten Störche bereits ab Mitte Februar zu ihren Nestern in Haale, Königshügel I,

Langwedel und Meckelmoor I zurück, weitere folgten in den Wochen darauf. Die Ostziehenden Störche ließen teilweise noch lange auf sich warten und trafen erst relativ spät ein. Bedingt dadurch waren einige Brutnester bereits von anderen Störchen belegt und so hat es einige Wechsel bei den Brutpartnern gegeben.

Zu größeren Revierkämpfen kam es außer in Hohn, Gnutz und Schmalstede in diesem Jahr glücklicherweise nicht.

Ende April / Anfang Mai waren 32 Nester mit einem Horstpaar (HPa), 1 Nest mit einem Einzelstorch (HE), sowie einige Nester mit gelegentlichem Horstbesuch (HB1/HB2) besetzt. Darunter 2 Neuansiedlungen einmal in Felde und in Breiholz-Hauptstraße.

Trotz massiver Verluste bei den Jungstörchen hat sich die Zahl der Jungstörche im Kreis Rendsburg-Eckernförde gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht, was allerdings bei

dem extrem schlechten Brutergebnis von 2016 kein Wunder ist. Besonders betroffen von den Verlusten waren in diesem Jahr die Spätbruten. Die Verlustquote beim Storchennachwuchs lag bei 52%, nach 53% im vorigen Jahr. Von 75 geschlüpften Jungstörchen könnten 34 Junge (JZG), sofern es keine weiteren Verluste gibt, erfolgreich das Nest verlassen. Ein Jungstorch aus Krogaspe wurde in die Auffangstation nach Eekholt sowie ein geschwächter Jungstorch aus Christiansholm

I wurde in die Auffangstation nach Süderstapel ausgehorstet.

Von den 32 Horstpaaren allgemein (HPa), sind 20 Horstpaare mit Jungen (HPm) und 12 Horstpaare ohne Jungen (HPo) dieses entspricht HPo% = 38%.

 

Horstpaare mit Jungen (HPm) :

Alt Duvenstedt (3), Christiansholm I (1), Ellerdorf (2), Felde (2), Friedrichsholm (1), Gnutz (1), Haale Lust (1), Hohn (2), Jevenstedter Feld (3), Königshügel I (1), Krogaspe (1), Langwedel (2), Loop (2), Lütjenwestedt (2), Meckelmoor I (2), Meckelmoor II (1), Meezen (1), Ostenfeld (2) Owschlag-Norby (2) und Todenbüttel (2).

 

Horstpaare ohne Junge (HPo):

Ascheffel, Aukrug-Homfeld, Brammer, Breiholz-In de Fröh, Breiholz-Bastenberg, Breiholz-Hauptstraße, Gokels, Haale I, Königshügel II, Schmalstede, Sophienhamm und Rendsburg Waldlust.

 

Horsteinzelstorch (HE): Oldenbüttel.

 

Horstbesuche (HB1/HB2): Altenkattbek, Bendorf-Oersdorf, Christiansholm II, Embühren, Schüldorf-Burhorst und Steinsieken.

 

Überwinterer (ÜW): Breiholz (2) und Owschlag-Norby (1).

 

Neuansiedlungen: Breiholz-Hauptstraße (HPo) und Felde (HPm2).

 

Teilverluste von Jungstörchen:

Christiansholm I (-2), Felde (-1), Friedrichsholm (-2), Gnutz (-2), Haale Lust (-1), Hohn (-1), Königshügel I (-1), Krogaspe (-3), Lütjenwestedt (-3), Meckelmoor I (-1), Meezen (-3), Ostenfeld (-2) und Todenbüttel (-1).

 

Totalverlust des Geleges bzw. der Brut:

Ascheffel (-1), Brammer (-4), Breiholz In de Fröh (-3), Breiholz-Bastenberg (-1), Breiholz-Hauptstraße (-1), Gokels (-3), Schmalstede (-1) und Sophienhamm (-4).

 

Verluste von Brutvögeln:

Brammer, Brutvogel (unberingtes Männchen), Diagnose: Leitungsanflug, wurde von Dr. Frahm, Wasbek nach ca. 2 Wochen eingeschläfert.

Krogaspe Totfund: Brutvogel unberingt, vermutlich Kollision mit Fahrzeug.

 

Aushorstungen und Verfrachtung von Jungstörchen:

Krogaspe (1) nach Eekholt, Christiansholm (1) nach Süderstapel.

 

Beringungen der Jungstörche wurden organisiert und

durchgeführt in: Brammer (2), Christiansholm I (3), Friedrichsholm (1), Hohn (2), Krogaspe (2), Loop (2), Lütjenwestedt (2), Meckelmoor I (2) und Owschlag-Norby (2).

Ein besonderer Dank gilt hier allen Beteiligten, für die Unterstützung und der kostenlosen Bereitstellung der nötigen Hebebühnen, ohne dieses wäre eine Beringung nicht möglich gewesen.

 

Verluste bei den Jungstörchen:

Schon recht frühzeitig deutete es sich an das es nur sehr wenig Nahrung für den Weißstorch und seine Jungen gab, es fehlte besonders an Kleintieren wie Mäuse. Intensive Bewirtschaftung von Flächen mit Monokulturen wie Raps und Mais entziehen dem Weißstorch zusätzlich seinen Lebensraum. Das Resultat daraus war das es nur wenige dreier und vierer Bruten gab. Um überhaupt einen oder zwei Junge groß zu bekommen folgen die Altstörche bei Nahrungsmangel ihrem Instinkt, sofern die kleinsten Jungen nicht bereits schon selbst verhungert waren oder durch Unfälle vom Nest gefallen sind, werden diese von den Altstörchen getötet bzw. aus dem Nest geworfen.

Dauerregen und Starkregenfälle am Mittwoch den 07.06.2017 mit sehr kühlen Nachttemperaturen (Schafskälte) führten bei vielen Nestern zu weiteren hohen Verlusten bis hin zum Totalverlust der Brut. Da bei Jungstörchen in den ersten Wochen das Federkleid noch nicht voll ausgebildet und somit noch nicht wasserabweisend ist, sterben die Jungen leicht an Unterkühlung.

Die Kombination aus Nässe und Kälte führt auch ganz schnell dazu dass das Immunsystem der Jungstörche so geschwächt wird das diese sehr anfällig für eine Pilzinfektion der sogenannten Lungen-Aspergillose (Lungenentzündung oder eine Entzündung der Luftsäcke verursacht durch Schimmelpilze) sind und daran innerhalb weniger Stunden verenden. Die Lungenentzündung ist nicht die einzige Methode, mit der die Pilze töten: In anderen Fällen bilden sie giftige Stoffe aus, die bei den Vögeln zu Leber- oder Nierenversagen führen.

Betroffen waren hier zu diesem Zeitpunkt überwiegend die Neststandorte nördlich des

Nord-Ostsee-Kanals, z.B. Breiholz–In de Fröh, Sophienhamm und der Kreis Schleswig-Flensburg.

Die nächste Extremwetterlage mit bis zu 70mm Niederschlag am 30.06.2017 führte zu weiteren Totalverlusten in Brammer, Breiholz-Bastenberg, Breiholz-Hauptstraße und Gokels und Teilverluste in Haale-Lust.

In Schmalstede wurde am 10.06.2017 das Horstpaar von dem Brutvogel DEW 7X075 aus Bönebüttel (Kreis Plön) angegriffen und vertrieben. Dabei wurde auch der Jungstorch getötet.

 

Verluste bei den Brutvögel:

Am 14.06.2017 wurde in Brammer ein verletzter Altvogel von Anwohner aufgegriffen und zum Tierarzt Dr. Frahm nach Wasbek verfrachtet. Die Diagnose, vermutlich

Leitungsanflug. Leider waren die Verletzungen so stark das dieser Altvogel nach

2 Wochen eingeschläfert werden musste. Da bereits gebrütet wurde waren die

Aussichten eher schlecht, doch bereits 2 Tage später war ein neues Männchen auf

dem Nest. Die Eier die sich zu diesem Zeitpunkt im Nest befunden hatten wurden heraus geschmissen, wenige Tage später wurde mit dem neuen unberingten Partner weiter gebrütet.

Mitte Juni wurde an der Timmasper Brücke ein toter Altstorch (Brutvogel aus Krogaspe) gefunden, Todesursache vermutlich eine Kollision mit einem Fahrzeug. Da es für den verbliebenen Brutvogel in Krogaspe bei dem eh schon knappen Nahrungsangebot kaum möglich war, beiden Jungstörche groß zu bekommen wurde ein Jungstorch ausgehorstet und in die Tierpflege nach Eekholt verfrachtet. Der verbliebene Jungstorch entwickelte sich erwartungsgemäß.

 

 

Besonderes, Überwinterer und Wechsel:

Breiholz / Owschlag-Norby:

Wie in den vergangenen Jahren hat das Niederländische Weibchen NLA9565 mit ihrem unberingtem Partner in Breiholz - In de Fröh, sowie das schwedische Männchen SVS586 in Owschlag-Norby überwintert.

 

Alt Duvenstedt / Haale-Lust / Loop:

In Alt Duvenstedt, Haale Lust und Loop waren diesmal nun beide Brutpartner

unberingt.

 

Meckelmoor / Haale:

Das Weibchen 5X026 (2016 in Meckelmoor I) wechselte mit ihrem unberingten Partner nach Haale, auch hier kam es wie bereits im Vorjahr nicht zu einer Brut.

 

Altenkattbek / Rendsburg-Waldlust:

Das Weibchen H5816 (2016 in Altenkattbek) hatte vergebens auf ihren Partner in Altenkattbek gewartet bis sie sich Anfang Mai entschieden hat nach einem neuen Partner Ausschau zu halten und diesen dann in Rendsburg-„Waldlust“

gefunden hat, zu einer Brut kam es hier ebenfalls nicht.

 

Breiholz-Bastenberg / Lütjenwestedt:

Das Weibchen 0X738 (2016 in Breiholz-Bastenberg) wechselte nach Lütjenwestedt und brütete dort erfolgreich mit dem Männchen HK899, in Breiholz Bastenberg fand sich ein neues Weibchen 9X533 (2016 in Wrohm-Neuenfähre) ein.

 

Friedrichsholm / Sophienhamm:

Das Weibchen 2X543 kam leider nicht rechtzeitig nach Friedrichsholm zurück, hier war das Nest bereits mit dem Vorjahresmännchen 6X952 und einem unberingtem Weibchen besetzt. 2X543 fand in Sophienhamm dann einen neuen Brutpartner, das Männchen 3T391.

 

Hilfsaktionen, Beratungen, Standortanalyse und Neuerrichtungen:

Beratungen und Ortsbesichtigungen für geplante Neuerrichtungen wurden in Ahrenstedt, Brinjahe, Felde, Fockbek, Hoffeld/Sören, Schülp/Rendsburg und Rickert durchgeführt, wobei die Aufstellung in Brinjahe, Felde, Fockbek und Schülp/Rendsburg bereits von Privat oder vom örtlichen EVU durchgeführt wurde. Die Standorte Ahrenstedt, Rickert und Oldenhütten befinden sich noch in Planung.

 

Datenerhebung und Erfassung:

 

Ohne Ihre Unterstützung wäre eine so umfangreiche Erhebung der

Daten über Bestände und der Ereignisse nicht möglich, an dieser Stelle möchte

ich mich herzlich für Ihre Hilfe bedanken. Die hier genannten Auswertungen sind diese der bei mir eingegangenen Meldungen und meiner Beobachtungen. Da nicht immer alle Ereignisse erfasst und gemeldet werden, können diese erfassten Zahlen von den tatsächlichen durchaus abweichen.

 

Alt Duvenstedt: HPm3, unberingtes Paar.

 

Altenkattbek: HB1, Weibchen DEH H5816 später dann in Rendsburg-Waldlust.

 

Ascheffel: HPo, unberingtes Paar. Jungstorch tot am Nestrand.

 

Aukrug-Homfeld: HPo, DEW 7X083 + unberingter Partner. Kein Brutbeginn.

 

Aukrug-Innien: unbesetzt.

 

Bargstedt: unbesetzt

 

Bendorf-Oersdorf: HB1, DEW 5X600.

 

Blumenthal: unbesetzt.

 

Brammer I: HPo, Weibchen DEH H9438 + unberingtes Männchen. Beringung am 30.06.2017. Die Nestlinge sind wenige Tage später dem Dauerregen zum Opfer

gefallen.

 

Breiholz-In de Fröh: HPo, Weibchen NLA9565 (ÜW) + unberingtes Männchen (ÜW). Brut hat den Dauerregen und die Kälte am 07.06.2017 nicht überlebt. Bergung der toten Jungstörche am 10.06.2017.

 

Breiholz-Lohklindt: unbesetzt.

 

Breiholz-Bastenberg: HPo, Weibchen DEW 9X533 + unberingtes Männchen. Jungstorch hat den Dauerregen vom 30.06.2017 nicht überlebt.

 

Breiholz-Hauptstraße: HPo, unberingtes Paar. Neuansiedlung. Jungstorch hat den Dauerregen vom 30.06.2017 nicht überlebt.

 

Christiansholm I: HPm1, unberingtes Paar. Beringung am 28.06.2017. Geschwächten Jungstorch am 30.06.2017 ausgehorstet und nach Süderstapel verfrachtet.

 

Christiansholm II: HB2, DEW 9X072 und DEW 4T895.

 

Dätgen: unbesetzt.

 

Ellerdorf: HPm2, unberingtes Paar.

 

Embühren: HB2, Weibchen DEW 5X026 + unberingtes Männchen.

 

Felde: HPm2, unberingtes Paar. Neuansiedlung.

 

Friedrichsholm: HPm1, Männchen DEW 6X952 und unberingtes Weibchen. Beringung am 16.06.2017, dabei 2 tote Jungstörche aus dem Nest entfernt.

 

Gnutz: HPm1, Männchen DEW 7X009 + unberingtes Weibchen. Kämpfe.

 

Gokels: HPo, Weibchen DEH HH056 + unberingtes Männchen. Der verbliebene Jungstorch hat den Dauerregen vom 30.06.2017 nicht überlebt.

 

Grauel: HB2.

 

Haale I: HPo, Weibchen DEW 5X026 + unberingter Partner (Nichtbrüter).

 

Haale II: HPm1, unberingtes Paar. 1 Jungstorch ist dem Dauerregen vom 30.06.2017 zum Opfer gefallen.

 

Hamdorf-Weide: unbesetzt.

 

Hohn: HPm2, Weibchen DEW 1X050 + unberingtes Männchen. Beringung am 16.06.2017

 

Jevenstedtfeld I: HPm3, unberingtes Paar.

 

Königshügel I: HPm1, unberingtes Paar.

 

Königshügel II Timm: HPo, unberingtes Paar.

 

Krogaspe: HPm1, unberingtes Paar. Beringung am 10.06.2017.

Ein Brutvogel tödlich verunglückt, daraufhin Aushorstung eines Nestlings und

Verfrachtung nach Eekholt.

 

Langwedel: HPm2, unberingtes Paar. Weibchen mit Halsbeule.

 

Loop: HPm2, unberingtes Paar. Beringung am 18.06.2017.

 

 

Lütjenwestedt: HPm2, Männchen DEH HK899 + Weibchen DEW 0X738. Beringung am 10.06.2017.

 

Meckelmoor I: HPm2, unberingtes Paar. Beringung am 10.06.2017.

 

Meckelmoor II: HPm1, unberingtes Paar.

 

Meezen: HPm1, unberingtes Paar. 4 Eier im Nest anhand Nestkamera ermittelt.

 

Negenharrie-Fiefharrie: unbesetzt.

 

Oldenbüttel I: HE, DEW 3T064

 

Ostenfeld: HPm2, unberingtes Paar.

 

Owschlag-Norby: HPm2, Männchen SVS586 (ÜW) + unberingtes Weibchen. 29.05.2016. Beringung am 16.06.2017.

 

Rendsburg Waldlust: HPo, Weibchen DEH H5816 + unberingtes Männchen. Kein Brutbeginn.

 

Schmalstede: HPo. unberingtes Paar. HP wurde durch Angriffe von DEW 7X075 (Brutvogel aus Bönebüttel, Kreis Plön) vertrieben und der Jungstorch dabei getötet.

 

Schülldorf-Burhorst: HB1.

 

Sophienhamm: HPo, Weibchen DEW 2X543 + Männchen DEW 3T491. Brut hat den Dauerregen und die Kälte am 07.06.2017 nicht überlebt. Tote Jungstörche am 10.06.2017 aus dem Nest entfernt.

 

Stafstedt: unbesetzt.

 

Steinsieken: HB1.

 

Todenbüttel: HPm2, Männchen DEW 7X914 + unberingtes Weibchen.

 

Legende: HPa = Horstpaar allgemein; JZG =Jungen Gesamtzahl;

HPm = Horstpaar mit ausfliegenden Jungen; HB1/2 = Horstbesuch;

HPo = Horstpaar ohne ausfliegenden Jungen; ÜW = Überwinterer;

HE = Horsteinzelstorch; (Zahl)= Anzahl Jungen bzw. Überwinterer;

 

Stand 16. Juli 2017

 

J. Lustig

Weißstorch-Gebietsbetreuer

Kreis

Rendsburg-Eckernförde (S-H)

 

Telefon 04331/789420

E-Mail: J.Lustig@t-online.de