Zusammenfassung Storchensaison 2016

 

Kreis Rendsburg – Eckernförde

 

 

 

 

 

Im Kreis Rendsburg Eckernförde trafen bereits Mitte Februar die ersten Störche ein. Nach der teilweise sehr späten Rückkehr der ostziehenden Störche waren dann Ende April 27 Nisthilfen mit je einem Horstpaar (HPa), 1 Nest mit einem Einzelstorch (HE), sowie 8 Nester mit gelegentlichem Horstbesuch (HB1/HB2) besetzt. Darunter war auch eine Neuansiedlung in Christiansholm II. Anfang Mai kam es zu einer weiteren Neuansiedlung in Rendsburg. Mit dieser Neuansiedlung erhöhte sich dadurch die Anzahl der Horstpaare (HPa) auf 28 Paare.

 

Bedingt durch die teilweise späte Rückkehr wurde auf einigen Nestern erst gar nicht mit der Brut begonnen oder es kam zu Kämpfen bei denen das Gelege bzw. die schon bereits geschlüpften Jungen zerstört bzw. aus dem Nest geworfen wurden. In Breiholz-Bastenberg sowie in Meckelmoor I wurde erst gar nicht gebrütet, Totalverluste durch Kämpfe gab es in Christiansholm I + II, Gnutz sowie in Ellerdorf.

 

Anfang Juni häuften sich die Meldungen über abgeworfene Jungstörche bis hin zum Totalverlust der Brut. Als eine der möglichen Ursachen kommt die lange anhaltende Trockenheit im Mai und den dadurch bedingten Nahrungsmangel in Betracht. Ein Entwicklungsrückstand bei den Jungstörchen war hier deutlich sichtbar.  Die Starkregenfälle im Juni führten ebenfalls dazu dass es weitere Verluste gegeben hat.

 

Von 60 geschlüpften Jungstörchen im Kreis Rendsburg Eckernförde hat nicht einmal die Hälfte überlebt. Nur 27 Junge konnten erfolgreich das Nest verlassen. Dieses ist in den Jahren meiner Tätigkeit als Weißstorchgebietsbetreuer im Kreis Rendsburg Eckernförde das bisher schlechteste Brutergebnis.

 

Von den 28 Horstpaaren allgemein (HPa), sind 16 Horstpaare mit Jungen (HPm) und 12 Horstpaare ohne Jungen (HPo) dieses entspricht  HPo% = 43%.

 

Horstpaare mit Jungen (HPm) : Alt Duvenstedt (1), Ascheffel (1), Aukrug-Homfeld (2), Brammer (1), Breiholz (1), Friedrichsholm (2), Haale I (1), Hohn (4), Königshügel I (4), Krogaspe (1), Langwedel (2), Loop (1), Lütjenwestedt (1), Meezen (1), Ostenfeld (1) und Todenbüttel (3).    

 

Horstpaare ohne Junge (HPo): Altenkattbek, Breiholz-Bastenberg, Christiansholm I, Christiansholm II, Dätgen, Ellerdorf, Gnutz, Haale Lust, Jevenstedter Feld, Meckelmoor I, Owschlag-Norby und Rendsburg Waldlust.

 

Verluste von Jungstörchen: Alt Duvenstedt (-1), Altenkattbek (-3), Brammer (-3), Breiholz (-1), Christiansholm II (-1), Dätgen (-1), Ellerdorf (-1), Friedrichsholm (-2); Haale I (-4), Haale II (-1), Hohn (-2), Krogaspe (-1), Langwedel (-1), Loop (-2), Lütjenwestedt (-3), Meezen (-2), Ostenfeld (-3, und Owschlag-Norby (-1).

 

Verlust der Gelege: Christiansholm I und Gnutz.

 

 

 

 

 

Horsteinzelstorch (HE):  Meckelmoor II.

 

Horstbesuche (HB1/HB2): Blumenthal, Embühren, Grauel, Hamdorf-Weide, Königshügel II, Oldenbüttel, Schmalstede und in Sophienhamm I.

 

Überwinterer (ÜW): Breiholz (2) und Owschlag-Norby (1).

 

Beringungen der Jungstörche wurden organisiert und durchgeführt in: Ascheffel (1), Breiholz (2), Friedrichsholm (3), Hohn (4), Haale I (3) und in Lütjenwestedt (1).

 

Ein besonderer Dank gilt hier allen Beteiligten, für die Unterstützung und der kostenlosen Bereitstellung der nötigen Hebebühnen, ohne dieses wäre das nicht möglich gewesen.

 

 

 

Legende:                      HPa = Horstpaar allgemein;                                                       

 

HPm = Horstpaar mit ausfliegenden Jungen;                             

 

HPo = Horstpaar ohne ausfliegenden Jungen;                           

 

HE = Horsteinzelstorch;

 

JGZ =Jungen Gesamtzahl;

 

HB1/2 = Horstbesuch;

 

ÜW = Überwinterer;

 

(Zahl)= Anzahl Jungen bzw. Überwinterer;

 

 

 

Besonderes:

 

Rendsburg:

 

Anfang Mai kam es nach über 30 Jahren zu einer weiteren Neuansiedlung in Rendsburg auf dem Schornstein der ehemaligen Wäscherei „Waldlust“. Der Versuch kurzfristig eine Nisthilfe auf dem Schornstein zu montieren scheiterte leider an den örtlichen Gegebenheiten.

 

 

 

Hohn:

 

Zum ersten Mal in meiner Zeit als Weißstorchgebietsbetreuer durfte ich es miterleben das auf einem Nest 6 Jungstörche geschlüpft sind dieses hat man wirklich nicht alle Tage. Leider wurden auch hier 2 Jungstörche aus dem Nest geworfen, was im Prinzip nicht anders zu erwarten war.

 

 

 

Gnutz / Dätgen:

 

Ebenfalls etwas sehr ungewöhnliches haben meine Beobachtungen in Gnutz und in Dätgen ergeben. Am 23.04.2106 habe ich das Männchen mit der Ring-Kennung „DEW 7X009“ und das Weibchen, Ring-Kennung „DEW 9X588“,  auf dem Nest in Dätgen abgelesen.

 

Da „7X009“ im Jahr 2015 noch Brutvogel in Gnutz war und ich wenige Tage zuvor dort ein unberingtes Weibchen mit einem neuen Männchen „HM726“ abgelesen hatte, ging ich vorerst davon aus das es dem Anschein nach hier einen Wechsel gegeben hat. Etwas später, noch am selben Tag, stand „7X009“ mit einem unberingten Weibchen dann auf dem Nest in Gnutz. „7X009“ wurde dort von dem unberingten Weibchen anstandslos geduldet. Laut Beobachtungen der Anwohner kam es am 24.04.2016 in Gnutz zu heftigen Kämpfen bei denen das Gelege komplett zerstört wurde.

 

Weitere Ablesungen in den darauf folgenden Wochen ergaben das „7X009“ sowohl Partner von dem unberingten Weibchen auf dem Nest in Gnutz und von dem beringten Weibchen „9X588“ in Dätgen war. Ob dieses „Doppelbelastung“ dazu führte das auch die Brut in Dätgen gescheitert ist, halte ich nicht für ausgeschlossen.

 

 

 

Hilfsaktionen:

 

Schülp / Nortorf:

 

Am 13. Mai 2016 erhielten wir die Nachricht das sich in Schülp / Nortorf schon mehrere Tage ein vermutlich verletzter Storch auf einer Pferdekoppel aufhält.

 

 

 

Beobachtungen am 14. Mai 2016 vor Ort bestätigten die Vermutung dass dieser Storch verletzt war, sein rechter Flügel hing deutlich sichtbar herunter. Anhand der Beringung konnte festgestellt werden dass es sich um den schwedischen Storch  mit der Ring / Farbkombination „SVS 2013“ handelte der im Jahr 2015 als Nestling in Önneköp, Stänelösa (Schweden) beringt wurde.

 

 

 

Ein Fangversuch glückte sofort, so dass dieser dann zum Wildpark Eekholt gebracht werden konnte. Wenige Tage später musste dieser Storch leider aufgrund der erheblichen Verletzungen und der damit verbundenen Infektion vom Tierarzt Dr. J. Frahm aus Wasbek eingeschläfert werden.

 

 

 

Lütjenwestedt:

 

Spät abends am 02. Juni 2016 ging eine Nachricht vom Nesteigner aus Lütjenwestedt ein dass dort ein Jungstorch lebend abgeworfen wurde. Vor Ort angekommen waren bis auf ein paar Schrammen keine größeren Verletzungen sichtbar. Zur Sicherheit wurde dieser erst wenige Tage alte Jungstorch noch am selben Abend zu einer Aufzuchtstation gebracht.

 

 

 

Untersuchungen am nächsten Tag ergaben dass dieser erst 220 Gramm schwere Jungstorch ganz viel Glück hatte und den Sturz fast unbeschadet überstanden hat. Inzwischen hat dieser sich hervorragend entwickelt so dass einer Auswilderung noch in dieser Saison nichts im Wege steht.

 

 

 

Alt Duvenstedt:

 

Am 01. Juli 2016 wurde vom Nesteigner aus Alt Duvenstedt ein Jungstorch  unter dem Nest gefunden und gemeldet. Eine Begutachtung des Jungstorches ergab dass dieser für  das Alter von ca. 6 Wochen ein erhebliches allgemeines Entwicklungsdefizit aufwies, besonders auffällig waren hier das unausgebildete Gefieder sowie die Flügel die unnatürlich herunter hingen. Mit dem Einverständnis des Nesteigners wurde dann dieser Jungstorch  zum Wildpark Eekholt verfrachtet.

 

 

 

Nach ersten ärztlichen Untersuchungen wurde eine Rachitis (Wachstumsstörung der Knochen durch einen Vitamin D sowie Calcium- Mangel) diagnostiziert. Vermutlich wird dieser Jungstorch diesen Winter noch in der Aufzuchtstation in Eekholt verbringen und kann dann im nächsten Jahr erfolgreich ausgewildert werden.

 

 

 

 

 

Stand 21.08.2016

 

 

 

J. Lustig

 

Weißstorch-Gebietsbetreuer

 

Kreis Rendsburg-Eckernförde (S-H)

 

 

 

Telefon 04331/789420

 

E-Mail: J.Lustig@t-online.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Detaillierte Auflistung:

 

 

 

Alt Duvenstedt:                 HPm1, Männchen 9X055 + unberingtes Weibchen. 1 JST aus dem Nest geworfen (01.07.2016), Verfrachtung zur Aufzuchtstation.

 

 

 

Altenkattbek:                    HPo, Weibchen H5816 + unberingtes Männchen. Brutabbruch, 3 JST tot im Nest 13.06.2016. Tote JST aus dem Nest geborgen 19.06.2016

 

 

 

Ascheffel:                         HPm1, unberingtes Paar.  Beringung am 06.07.2016.

 

 

 

Aukrug-Homfeld:              HPm2, 7X083 + unberingter Partner.

 

 

 

Aukrug-Innien:                 unbesetzt.

 

 

 

Bargstedt:                         unbesetzt

 

 

 

Bendorf-Oersdorf:             unbesetzt

 

 

 

Blumenthal:                      HB1, HC502.

 

 

 

Brammer I:                       HPm1, Weibchen H9438 + unberingtes Männchen. 3 tote JST unterm Nest 13.06.2016.

 

 

 

Breiholz I:                        HPm2, Weibchen NLA9565 (ÜW) + unberingtes Männchen (ÜW). Beringung am 01.06.2016. 1 JST tot im Nest 11.06.2016.

 

 

 

Breiholz-Lohklindt:           unbesetzt.

 

 

 

Breiholz-Bastenberg:        HPo, Weibchen 0X738 + unberingtes Männchen. Kein Brutbeginn.

 

 

 

Christiansholm I:              HPo, Männchen 0X740 + unberingtes Weibchen. Kämpfe, Gelege zerstört Brutabbruch 21.04.2016.

 

 

 

Christiansholm II:             HPo, unberingtes Paar. Neuansiedlung. Brutabbruch, 1 JST abgeworfen 12.06.2016.

 

 

 

Dätgen:                             HPo, Weibchen 9X588, Männchen 7X009. Brutabbruch 12.06.2016.

 

 

 

Ellerdorf:                          HPo, unberingtes Paar. Kämpfe und Brutabbruch 04.06.2016.

 

 

 

Embühren:                       HB2, Weibchen HH718 + unberingtes Männchen.

 

 

 

Friedrichsholm:                HPm2, Weibchen 2X543 u. Männchen 6X952. Beringung am 10.06.2016. 1 JST abgeworfen 01.06.2016, 1 weiterer JST vermisst 14.06.2016.

 

 

 

Gnutz:                              HPo, erst Männchen HM726 + unberingtes Weibchen dann Männchen 7X009 + unberingtes Weibchen. Kämpfe und Brutabbruch 24.04.2016.

 

 

 

Gokels:                             unbesetzt.

 

 

 

Grauel:                             HB2.

 

 

 

Haale I:                             HPm1,  unberingtes Paar.  Beringung am 10.06.2016.

 

 

 

Haale II:                            HPo, Weibchen 1T930 + unberingtes Männchen.

 

 

 

Hamdorf-Weide:                HB2.

 

 

 

Hohn:                               HPm4, Weibchen 1X050 + unberingtes Männchen. Beringung am 10.06.2016

 

 

 

Jevenstedtfeld I:               HPo,  Weibchen HH718 + unberingtes Männchen.

 

 

 

Königshügel I:                  HPm4, unberingtes Paar.

 

 

 

Königshügel II Timm:       HB1.

 

 

 

Krogaspe:                         HPm1,  unberingtes Paar.

 

 

 

Langwedel:                       HPm2, unberingtes Paar. Weibchen mit Halsbeule.

 

 

 

Loop:                               HPm1, Weibchen 0X698 + unberingtes Männchen.

 

 

 

Lütjenwestedt:                  HPm1, Männchen HK899 + unberingtes Weibchen. 1 JST aus dem Nest geworfen (02.06.2016), Verfrachtung zur Aufzuchtstation. Beringung am 05.07.2016.

 

 

 

Meckelmoor I:                  HPo, Weibchen 5X026 + unberingtes Männchen. Kein Brutbeginn.

 

 

 

Meckelmoor II:                 HE, unberingt.

 

 

 

Meezen:                            HPm1,  unberingtes Paar. 4 Eier im Nest anhand Nestkamera ermittelt.

 

 

 

Negenharrie-Fiefharrie:     unbesetzt.

 

 

 

Oldenbüttel I:                   HB2.

 

 

 

Ostenfeld:                         HPm1, unberingtes Paar. 3 JST wurden abgeworfen.

 

 

 

Owschlag-Norby:              HPo, Männchen SVS586 (ÜW) + unberingtes Weibchen. Brutabbruch 29.05.2016.

 

 

 

Rendsburg Waldlust:        HPo, unberingtes Paar. Neuansiedlung.

 

 

 

Schmalstede:                   HB1.

 

 

 

Schülldorf-Burhorst:         unbesetzt.

 

 

 

Sophienhamm:                 HB2, 9X072, 3T450 + unberingt.

 

 

 

Stafstedt:                          unbesetzt.

 

 

 

Steinsieken:                     unbesetzt.

 

 

 

Todenbüttel:                     HPm3, Männchen 7X914 + unberingtes Weibchen.

 

 

 

 

 

Legende:                      HPa = Horstpaar allgemein;                                                                 

 

HPm = Horstpaar mit ausfliegenden Jungen;                             

 

HPo = Horstpaar ohne ausfliegenden Jungen;                                       

 

HE = Horsteinzelstorch;

 

JGZ =Jungen Gesamtzahl;

 

HB1/2 = Horstbesuch;

 

ÜW = Überwinterer;