Pelikan "Quax":
Alle Foto`s mit freundlicher Genehmigung von Georg Fiedler.
Seit mehreren Jahren fliegt dieser unberingte Pelikan mit Weißstörchen in Deutschland umher. Überall wo er gesichtet wird erfreut er die Menschen und ist ein Medienstar geworden.
Erst wurde er in Bayern gesichtet, in Schleswig-Holstein ist er auch schon gewesen.
Im April 2009 wurde er jetzt in Niedersachsen gesichtet. Er setzt sich gerne auf Storchennester, legt sich neben flugbehinderte Störche und holt sich Futter in den Tierparks.
Haben Sie "Quax" gesehen, so können Sie eine Eintragung im Tagebuch unter
http://www.lbv.de/artenschutz/voegel/pelikan-quaks-quax.html
vornehmen.
Pelikan-Beobachtungen 2009 und 2001 durch Weißstorchbetreuer Georg Fiedler
Am 08.04.2009 bestaunte ich „Quax“ 3 Stunden lang in LEIFERDE. Meine Aufnahmen vermitteln, ergänzend zu den bisher veröffentlichten, die Örtlichkeit: Das Storchennest befindet sich auf einem ca 11 m hohen Nistmast. Konflikte mit Weißstörchen ergeben sich nicht, da dieser Brutplatz nach dem Unfalltod eines Altvogels 2007 aufgegeben wurde. In Sichtweite brütet ungestört ein Storchenpaar auf einem Schornstein. Nahrung nimmt Quax im Freigehege des NABU-Artenschutzzentrums auf, wo 5 flugunfähige Weißstörche gehalten werden.
Am 25.08. 2 0 0 1 (!) fotografierte ich im Landkreis Lüneburg schon einmal einen – ebenfalls unberingten – Rosapelikan mit vergleichbarem Verhalten: Er übernachtete auf dem Eternitdach eines Bauernhofes in NEU BLECKEDE an der Elbe. Im Umkreis von 2 km befanden sich mindestens 5 bewohnte Storchennester.
Auf den ungewohnten Anblick war ich insofern vorbereitet, als die Medien im Mai 2001 wochenlang über einen Pelikan – „Peli“ getauft – berichteten, der zwischen Schleswig-Holstein, der Elbtalaue und der Lüneburger Heide umherzog, wobei er fast überall die Nähe nistender Weißstörchen suchte.
Dazu liegen mir folgende Zeitungsartikel und Angaben von Gewährsleuten vor:
29.04. – 30.04.2001 morgens ZIERZOW (Kr. Ludwisglust, Mecklenburg-Vorpommern) – auf Dach nahe Storchennest (Weißstorchbetreuer Falk Schulz),
30.04. – 01.05.2001, 11 Uhr, NEUHAUSEN (Kr. Prignitz, Brandenburg) – auf Baum neben Storchennest (F. Schulz, „Der Prignitzer“, 03.05.2001),
01. und 02.05.2001 vormittags WAHRENBERG (Kr. Stendal, Sachsen-Anhalt) – in einer Weißstorchkolonie (F. Schulz, „Der Prignitzer“, 03.05.2001),
02.05. abends bis 03.05.2001 nachmittags RÜHSTÄDT (Kr. Prignitz) – in einer Weißstorchkolonie (F. Schulz, „Märkische Allgemeine / Prignitz-Kurier“ 04.05.2001, „Der Prignitzer“ 05.05.2001),
06.05.2001 ALT DUVENSTEDT (Kr. Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Holstein) – auf Blechdach neben Storchennest („Flensburger Tageblatt“ 07.05.2001, „Bild“ 10.05.2001),
06.05.2001 MEGGERDORF (Kr. Schleswig-Flensburg) – mit 4 Störchen über dem Dorf fliegend (tel. Meldung),
09.05.2001 HOHNE (Kr. Celle, Niedersachsen) – auf Kirchendach neben Storchennest („Bild“ 10.05.2001),
15.05.2001, insgesamt ca 10 Tage bei HANKENSBÜTTEL (Kr. Gifhorn) – an Fischteich („Bild“ 16., 18., 21.05.2001). Ruheplatz war ein Dach am Elbeseitenkanal, wo ich am 19.05.2001 Kotspuren sah.
28.05.2001, offenbar längere Zeit BLECKEDE (Kr. Lüneburg). – in der Nähe eines Storchennestes („Bild“ 29.05.2001).
Und schließlich, am 25.08.2001, die eigene Beobachtung in NEU BLECKEDE.
Kann das damals schon Quax gewesen sein? Die Informationen des Zoos Straubing (Tagebuch 05.03.2009, 10:36 Uhr) zur Vorgeschichte sprechen dafür.
Georg Fiedler, Weißstorchbetreuer, Mitteldorf 81 B, 38836 Rohrsheim, Fiedler@storchenwelt.com
Artenschutzstation Leiferde, 08.04.09; Foto: Georg Fiedler
Neu Bleckede 25.08.01; Foto: Georg Fiedler
Neu Bleckede 25.08.01; Foto: Georg Fiedler
Neu Bleckede 25.08.01; Foto: Georg Fiedler
Weißstörche in Schleswig-Holstein


