Die Föhnstörche vom NABU-Institut.

 

Seit dem 22. Juli 2011 hatte es in Bergenhusen`s Umgebung ununterbrochen geregnet. Größtenteils waren die Jungstörche schon so groß, dass keine Gefahr mehr durch Wetterunbilden zu befürchten waren. Jedoch gibt es immer auch sehr spät eintreffende Storchenpaare die sich noch zum Brüten entschließen. So ein Paar hatte sich auch das Nest auf dem Reetdach des NABU-Institutes in Bergenhusen ausgesucht. Hier ist eine lokale Nestkamera installiert, die das Geschehen auf dem Nest in die Ausstellungsräume auf einen Monitor überträgt. Am Samstag, 23. Juli bemerkte eine Mitarbeiterin, dass sich die 2 Jungstörche nicht mehr bewegten und wie tot wirkten. Um die Jungstörche zu retten, wurden die Weißstorchgebietsbetreuer Jörg Heyna und Rolf Zietz alarmiert. Helmut Pauls vom Ortsverein Bergenhusen stellte eine lange 3-teilige Schiebeleiter für die Dachbesteigung bereit. Am Nest angekommen bot sich Jörg Heyna ein trostloses Bild. Beide Nestlinge lagen mit ausgestreckten Flügeln an verschiedenen Stellen der Nestkante und schienen tot zu sein. In einer mitgebrachten Tasche wurden die Jungvögel nach unten verfrachtet. Schnell erfolgte die Übergabe an Rolf Zietz, der gleich feststellte, dass sich ein Jungstorch noch bewegte. Es ging ins Haus, dann wurden Decken geholt und die Vögel abgelegt. Aus der benachbarten Wohnung von Holger Schulz wurden 2  Haartrockner geholt. Dann wurden die „Sorgenkinder“ lange gewärmt und trocken geföhnt. Nach ca. 10 Minuten kam auch wieder Leben in den 2. Jungstorch und eine Erleichterung kam unter den anwesenden Helfern auf. Dann wurden die beiden Jungen nach Süderstapel gebracht, wo Hans-Gerhard Dierks die weitere Pflege übernahm. Gut genährt, aber noch nicht auswilderungsfähig wurden sie am 08. August in der großen Voliere der Auffangstation Bergenhusen beringt. Sie erhielten die Nummern DEW 9X505 + 9X506. Auffällig waren die kalten Beine der Jungvögel, möglicherweise hatten sie noch Durchblutungsstörungen. Im März 2012, wenn die ersten Störche nach Bergenhusen zurückkehren, sollen die beiden wieder der Natur zurückgegeben werden, damit sie sich ihren Artgenossen anschließen können. Vielen Dank an alle Helfer, die an diesem unvergessenen Ereignis beteiligt waren.

 

Jörg Heyna, 31.12.2011