Hier wird kein Storch nisten; Foto: Jörg Heyna Hier wird kein Storch nisten; Foto: Jörg Heyna

Wollen Sie ein neues Nest aufstellen, so nehmen Sie bitte auf jeden Fall vorher Kontakt mit ihrem Gebietsbetreuer auf !

 

Versucht ein Storch, unvorhergesehen auf einem Hausdach oder Mast Nistmaterial abzulegen, können Sie ihn diese Arbeit erleichtern, indem Sie dort ein künstliches Nest anbringen.

Der Bau eines Nestes ist gar nicht so schwer. Am schnellsten geht es, wenn Sie eine Baustoffmatte aus Stahl nehmen und sie so zurecht schneiden, dass später ein Durchmesser von 1,3 Meter erreicht wird, wenn die spätere Nestkante vorher hochgebogen wird. Dann wird die Matte befestigt und mit Holzstücken und Stroh randvoll befüllt.

 

Da es sehr viele unbesetzte Nester gibt (meist bedingt durch fehlende Nahrungsflächen in Nestumgebung), lohnt in vielen Fällen kein Aufstellen weiterer Nester.

 

Möchten Sie jedoch ein altes, verfallenes Nest erneuern, weil ab und zu ein Storch vorbei schaut und Sie ihm das Nisten ermöglichen möchten, können Sie auf verschiedene Art eine Nisthilfe bauen.

Fertiges Nest (Methode 1); Foto: Jörg Heyna Fertiges Nest (Methode 1); Foto: Jörg Heyna

Nestbaumethode 1 (Bauweise J.Heyna):

Der Arbeitszeitaufwand wird bei 1 Person auf ca. 10 Stunden geschätzt

Material:

13 Lärchenholzbretter, 130 cm x 10 cm x 1-2 cm ,

  4 Kanthölzer, 2 x 130 cm x 8 cm x  5 cm,  2 x 80 cm x 8 cm x 5 cm

12 Besenstielstücke  ,  ca. 2,5 cm x 2,5 cm x 25 cm

12 Bretter                  , ca. 35 cm x 18 cm x 1-2 cm

ca. 100 Schrauben, ca. 100 Nägel, ca. 40 Krampen

1 m Paketschnur, 1 Bleistift, 1 Bohrmaschine mit verschiedenen Holzbohrern

1 Stichsäge, 1 Heißklebepistole mit 3 Klebestiften, 1 Kneifzange

1 Dosenbohrer mit verschiedenem Sägeblechdurchmesser

2,5 Liter Holzschutzlasur in Nussbaum, 1 Pinsel, 0,5 Liter weiße Deckenfarbe, 1 Quast

2 qm engmaschigen Kükendraht, 20 m grünen 4 mm Gartenzaundraht

ca. 300 Zweige unbelaubtes Birkenreisig

Durchführung:

  1. 4 Kanthölzer in gleichmäßigem Abstand auslegen
  2. 13 Bretter auf die Kanthölzer legen , festschrauben oder nageln
  3. Mittelpunkt der Platte durch Diagonalmessung ermitteln und anzeichnen
  4. Nagel in der Mitte leicht einschlagen
  5. Schnur am Nagel befestigen und Bleistift auf 65 cm Radius festknoten
  6. Kreis auf den Brettern anzeichnen und aussägen
  7. Plattenunterseite gegebenenfalls am Rand mit Hölzern verstärken
  8. Schnur mit Nagel und Bleistift am Rand 6 x markieren
  9. Auf Hälfte der Abstandsmarkierung  eine Markierung setzen
  10. Nochmals 6 x markieren, dass insgesamt 12 gleichmäßige Abstände entstehen
  11. 12 Löcher a 2 cm Durchmesser ca., 2 cm vom Rand entfernt bohren
  12. 12 Besenstielstücke in Bohrlöcher einpassen, mit Heißklebepistole festkleben
  13. 12 Besenstielstücke seitlich mit Schrauben oder Nägel fixieren
  14. 12 Bretter zwischen den Leisten zupassen und befestigen
  15. Gartenzaundraht oben an den Besenstielen nacheinander von Stiel zu Stiel ziehen, dabei einmal umwickeln und die Drahtenden miteinander befestigen
  16. An der Innenseite der 12 Bretter je Brettlänge 2 Löcher a 6 mm durch die Platte bohren
  17. Draht 24 x durch die Platte ziehen und über den Brettern nicht zu fest verdrallen
  18. Holzplatte mit Dosenbohrer, ca.6 cm Durchmesser gleichmäßig verteilt durchbohren
  19. Die gesamte Konstruktion mit Holzschutzlasur beidseitig mindestens 2 x streichen
  20. Kükendraht auf der Platte mit Krampen befestigen, alle durchbohrten Löcher müssen mit Draht abgedeckt sein
  21. Birkenreisig seitlich zwischen Draht und Bretter im - und gegen den Uhrzeigersinn durchziehen, bis die Bretter von außen nicht mehr sichtbar sind
  22. Mit dem Quast das obere und seitliche Birkenreisig mit weißer Deckenfarbe benetzen
  23. F E R T I G

Befüllung der Nisthilfe

 

Nisthilfenuntersatz mit Zimmermannsnägel befestigen oder mit dickem grünen Gartenzaundraht an mindestens 4 Stellen der Nisthilfe mit der Unterlage verbinden.

Verfüllung : In erster Lage Holzwolle gleichmäßig verteilen. Wenn keine Holzwolle vorhanden ist, altes 2-jähriges Heu (keine Saat mehr enthaltend) oder groben Holzschredder nehmen. In zweiter Lage Holzschredder (vom Gemeindebauhof oder Gärtnerei) bis ca.5 cm unter Oberkante der Nisthilfe einfüllen, gleichmäßig verteilen und etwas verfestigen. In dritter Lage als Abschluss altes, 2-jähriges Heu (keine Saat mehr enthaltend) einfüllen und mit einem Spaten in den Holzschredder drücken, damit sich das Heu verhakt. Auch an der inneren Umrandung das Heu tief hinein drücken, damit es bei Stürmen nicht weg weht. Auf das Heu dann kleine Birkenzweige verstreut auslegen (regt zum Nestbau an). Die Nisthilfe muss randvoll gefüllt sein. Achtung: Kein Pferdemist oder Grassoden einbringen !!!! Große Gefahr durch Nässestau (Badewanneneffekt).

 

Anmerkung : Nach Möglichkeit jährlich im März das Nest auf vom Storch eingetragene Fremdkörper (Angelschnüre, Bindegarn, Scherben, Kälberstricke, Weidezaundraht, Plastikfolien, Gummiabdichtungen, Arbeitshandschuhe, Isolierband, Netze) kontrollieren, die Nistoberfläche 5 – 10 cm tief abtragen und wieder mit altem Heu verfüllen.

 

Foto :Rolf Zietz Foto :Rolf Zietz

Nestbaumethode 2 (Bauweise R.Zietz):

(Verfasser Rolf Zietz, Weißstorchgebietsbetreuer im Kreis Dithmarschen(Nord), Tel.04836 549)

 Der Arbeitszeitaufwand wird bei 1 Person auf ca. 15 Stunden geschätzt

Material:

1 wasserfeste Spanplatte, Durchmesser 1,30 m, Dicke 15 mm.

1 Ring 1 mm plastikummantelter grüner Bindedraht, zum Binden der Reisigbündel im Schraubstock.

1 Ring 2 mm plastikummantelter grüner Bindedraht, zum Befestigen der fertigen 15 Reisigbündel auf der Nestplattform( 3 Reisigbündel pro Schicht).

6 m Dachlatten für Unterkonstruktion der Nestplattform, zur Unterlüftung des Nestes.

2 qm engmaschigen Kükendraht zur Abdeckung der ausgesägten Luftschlitze.

Kükendraht in das Nest mit Pappnägel befestigen.

ca. 300 Zweige unbelaubtes Birkenreisig, ca. 1 m Länge, ca. Daumenstärke dick,

zum Fertigen der Reisigbündel.

Weitere 40 Birkenzweige zur Verblendung des fertiggebundenen Nestes.

Foto: Rolf Zietz Foto: Rolf Zietz

Ca. 300 Birkenzweige zum Fertigen der 15 Reisigbündel.

Foto: Rolf Zietz Foto: Rolf Zietz

Ca. 10 Birkenreiser in einen Schraubstock spannen und mit dünnem Bindedraht sehr fest zusammen binden.

Foto: Rolf Zietz Foto: Rolf Zietz

Anzeichnen und Aussägen der Spanplatte. Durchmesser 1,30 m.

Foto: Rolf Zietz Foto: Rolf Zietz

Im Abstand von 10 cm von Nestplattformkante mit 10 mm Bohrer alle 5 cm diverse Löcher bohren. 

Foto: Rolf Zietz Foto: Rolf Zietz

Befestigen der 3 Reisigbündel, die je Lage benötigt werden, mit dickem Bindedraht.

Foto: Rolf Zietz Foto: Rolf Zietz

Vorbereiten der Dachlatten für die Nestunterseite.

Foto: Rolf Zietz Foto: Rolf Zietz

Hier ein Beispiel, wie eine fertiggestellte Unterkonstruktion aussehen kann.

Foto: Rolf Zietz Foto: Rolf Zietz

Aussägen der Belüftungs- und Drainageschlitze.

Foto: Rolf Zietz Foto: Rolf Zietz

Es können noch 2 weitere Schlitze ausgesägt werden.

Foto: Rolf Zietz Foto: Rolf Zietz

Nachdem der Kükendraht aufgenagelt und das Nest von außen mit ca. 40 weiteren Birkenreisigzweigen beflochten wurde, sieht es sehr natürlich aus.

Die Verbreiterung der Nestkante erleichert dem Storch das Ablegen von selbst eingetragenen Zweigen.