Wollen Sie ein neues Nest aufstellen, so nehmen Sie bitte auf jeden Fall vorher Kontakt mit ihrem Gebietsbetreuer auf !
Versucht ein Storch, unvorhergesehen auf einem Hausdach oder Mast Nistmaterial abzulegen, können Sie ihn diese Arbeit erleichtern, indem Sie dort ein künstliches Nest anbringen.
Der Bau eines Nestes ist gar nicht so schwer. Am schnellsten geht es, wenn Sie eine Baustoffmatte aus Stahl nehmen und sie so zurecht schneiden, dass später ein Durchmesser von 1,3 Meter erreicht wird, wenn die spätere Nestkante vorher hochgebogen wird. Dann wird die Matte befestigt und mit Holzstücken und Stroh randvoll befüllt.
Da es sehr viele unbesetzte Nester gibt (meist bedingt durch fehlende Nahrungsflächen in Nestumgebung), lohnt in vielen Fällen kein Aufstellen weiterer Nester.
Möchten Sie jedoch ein altes, verfallenes Nest erneuern, weil ab und zu ein Storch vorbei schaut und Sie ihm das Nisten ermöglichen möchten, können Sie auf verschiedene Art eine Nisthilfe bauen.
Nestbaumethode 1 (Bauweise J.Heyna):
Der Arbeitszeitaufwand wird bei 1 Person auf ca. 10 Stunden geschätzt
Material:
13 Lärchenholzbretter, 130 cm x 10 cm x 1-2 cm ,
4 Kanthölzer, 2 x 130 cm x 8 cm x 5 cm, 2 x 80 cm x 8 cm x 5 cm
12 Besenstielstücke , ca. 2,5 cm x 2,5 cm x 25 cm
12 Bretter , ca. 35 cm x 18 cm x 1-2 cm
ca. 100 Schrauben, ca. 100 Nägel, ca. 40 Krampen
1 m Paketschnur, 1 Bleistift, 1 Bohrmaschine mit verschiedenen Holzbohrern
1 Stichsäge, 1 Heißklebepistole mit 3 Klebestiften, 1 Kneifzange
1 Dosenbohrer mit verschiedenem Sägeblechdurchmesser
2,5 Liter Holzschutzlasur in Nussbaum, 1 Pinsel, 0,5 Liter weiße Deckenfarbe, 1 Quast
2 qm engmaschigen Kükendraht, 20 m grünen 4 mm Gartenzaundraht
ca. 300 Zweige unbelaubtes Birkenreisig
Durchführung:
- 4 Kanthölzer in gleichmäßigem Abstand auslegen
- 13 Bretter auf die Kanthölzer legen , festschrauben oder nageln
- Mittelpunkt der Platte durch Diagonalmessung ermitteln und anzeichnen
- Nagel in der Mitte leicht einschlagen
- Schnur am Nagel befestigen und Bleistift auf 65 cm Radius festknoten
- Kreis auf den Brettern anzeichnen und aussägen
- Plattenunterseite gegebenenfalls am Rand mit Hölzern verstärken
- Schnur mit Nagel und Bleistift am Rand 6 x markieren
- Auf Hälfte der Abstandsmarkierung eine Markierung setzen
- Nochmals 6 x markieren, dass insgesamt 12 gleichmäßige Abstände entstehen
- 12 Löcher a 2 cm Durchmesser ca., 2 cm vom Rand entfernt bohren
- 12 Besenstielstücke in Bohrlöcher einpassen, mit Heißklebepistole festkleben
- 12 Besenstielstücke seitlich mit Schrauben oder Nägel fixieren
- 12 Bretter zwischen den Leisten zupassen und befestigen
- Gartenzaundraht oben an den Besenstielen nacheinander von Stiel zu Stiel ziehen, dabei einmal umwickeln und die Drahtenden miteinander befestigen
- An der Innenseite der 12 Bretter je Brettlänge 2 Löcher a 6 mm durch die Platte bohren
- Draht 24 x durch die Platte ziehen und über den Brettern nicht zu fest verdrallen
- Holzplatte mit Dosenbohrer, ca.6 cm Durchmesser gleichmäßig verteilt durchbohren
- Die gesamte Konstruktion mit Holzschutzlasur beidseitig mindestens 2 x streichen
- Kükendraht auf der Platte mit Krampen befestigen, alle durchbohrten Löcher müssen mit Draht abgedeckt sein
- Birkenreisig seitlich zwischen Draht und Bretter im - und gegen den Uhrzeigersinn durchziehen, bis die Bretter von außen nicht mehr sichtbar sind
- Mit dem Quast das obere und seitliche Birkenreisig mit weißer Deckenfarbe benetzen
- F E R T I G
Befüllung der Nisthilfe
Nisthilfenuntersatz mit Zimmermannsnägel befestigen oder mit dickem grünen Gartenzaundraht an mindestens 4 Stellen der Nisthilfe mit der Unterlage verbinden.
Verfüllung : In erster Lage Holzwolle gleichmäßig verteilen. Wenn keine Holzwolle vorhanden ist, altes 2-jähriges Heu (keine Saat mehr enthaltend) oder groben Holzschredder nehmen. In zweiter Lage Holzschredder (vom Gemeindebauhof oder Gärtnerei) bis ca.5 cm unter Oberkante der Nisthilfe einfüllen, gleichmäßig verteilen und etwas verfestigen. In dritter Lage als Abschluss altes, 2-jähriges Heu (keine Saat mehr enthaltend) einfüllen und mit einem Spaten in den Holzschredder drücken, damit sich das Heu verhakt. Auch an der inneren Umrandung das Heu tief hinein drücken, damit es bei Stürmen nicht weg weht. Auf das Heu dann kleine Birkenzweige verstreut auslegen (regt zum Nestbau an). Die Nisthilfe muss randvoll gefüllt sein. Achtung: Kein Pferdemist oder Grassoden einbringen !!!! Große Gefahr durch Nässestau (Badewanneneffekt).
Anmerkung : Nach Möglichkeit jährlich im März das Nest auf vom Storch eingetragene Fremdkörper (Angelschnüre, Bindegarn, Scherben, Kälberstricke, Weidezaundraht, Plastikfolien, Gummiabdichtungen, Arbeitshandschuhe, Isolierband, Netze) kontrollieren, die Nistoberfläche 5 – 10 cm tief abtragen und wieder mit altem Heu verfüllen.
Nestbaumethode 2 (Bauweise R.Zietz):
(Verfasser Rolf Zietz, Weißstorchgebietsbetreuer im Kreis Dithmarschen(Nord), Tel.04836 549)
Der Arbeitszeitaufwand wird bei 1 Person auf ca. 15 Stunden geschätzt
Material:
1 wasserfeste Spanplatte, Durchmesser 1,30 m, Dicke 15 mm.
1 Ring 1 mm plastikummantelter grüner Bindedraht, zum Binden der Reisigbündel im Schraubstock.
1 Ring 2 mm plastikummantelter grüner Bindedraht, zum Befestigen der fertigen 15 Reisigbündel auf der Nestplattform( 3 Reisigbündel pro Schicht).
6 m Dachlatten für Unterkonstruktion der Nestplattform, zur Unterlüftung des Nestes.
2 qm engmaschigen Kükendraht zur Abdeckung der ausgesägten Luftschlitze.
Kükendraht in das Nest mit Pappnägel befestigen.
ca. 300 Zweige unbelaubtes Birkenreisig, ca. 1 m Länge, ca. Daumenstärke dick,
zum Fertigen der Reisigbündel.
Weitere 40 Birkenzweige zur Verblendung des fertiggebundenen Nestes.
Weißstörche in Schleswig-Holstein
